Schulverwaltung
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Offener Brief an den Vorsitzenden der Österreichischen Volkspartei, Herrn Sebastian Kurz!

Mit großem Entsetzen müssen die Salzburger Schulpartner aus AHS und BMHS zur Kenntnis nehmen, dass nun das sogenannte Strukturpaket (fälschlicherweise als „Autonomiepaket“ verkauft) nun endgültig im Nationalrat verabschiedet werden soll.

Laut Bundesverfassungsgesetz sind Eltern und Schule für Bildung und Erziehung der (nicht eigenberechtigten) Kinder verantwortlich, daraus resultiert die Schulpartnerschaft.

LehrerInnen, SchülerInnen und Eltern gestalten und prägen gemeinsam mit den DirektorInnen die Schulstandorte. Und nun werden künftig die Schulgemeinschaftsausschüsse in ihrem Wirken maßgeblich beschnitten. Dem BMB sind Eltern und SchülerInnen-Anliegen völlig gleichgültig! Denn im gesamten Prozess wurden die Eltern und SchülerInnen vor vollendete Tatsachen gestellt! Niemals wurden sie eingebunden!

Keine einzige Maßnahme in diesem Paket kommt positiv bei den SchülerInnen an: Riesenklassen durch die Aufhebung der KlassenschülerInnen-Höchstzahl von 25 und der Teilungsziffern-Verordnung, Einstampfen der Schulschwerpunkte, Unterfinanzierung der Bundesschulen, viel zu wenige Realstunden-Zuteilungen,….

Und zu allerletzt steht die Gesamtschule im Fokus!

KeinE PolitikerIn hat jemals über diesen von der SPÖ und von den Grünen geforderten Schultyp Details preisgegeben. Was ist unter Gesamtschule zu verstehen? Die „Gemeinsame Schule“ mit heterogenen Klassen und geführt wie die Neue Mittelschule? Die Neue Mittelschule ist das teuerste System! Wie ist das mit der durch das BMB aufgezwungenen Kostenneutralität zu sehen?

Exekutivdienstgeprägte Juristen gestalten ab sofort die Bildungslandschaft, dieses Paket ist mehr als entbehrlich! SchülerInnen, LehrerInnen, DirektorInnen und Eltern an Bundesschulen wollen dieses Maßnahmenpaket nicht! Wir wollen endlich pädagogische Reformen, die bei den SchülerInnen ankommen. Wir bekennen uns zu einem differenzierten Schulwesen, in dem unsere Kinder bestmöglich gefördert und gefordert werden. Wir wollen keine Gesamtschulen der 6- bis 14-Jährigen! Vielfalt, Chancengerechtigkeit sowie die Beibehaltung und der Ausbau der schulautonomen Schwerpunkte sind eine wesentliche Stärke unserer gut funktionierenden Schullandschaft in Österreich!

Sehr geehrter Herr Kurz: Bitte stoppen Sie diesen Irrsinn, Sie werden von tausenden enttäuschten WählerInnen keine Stimme am Wahlsonntag im Oktober 2017 erhalten! Und welche Hoffnungen auf die „Neue ÖVP-Bewegung“ wurden und werden zu Grabe getragen!!!

Für die Salzburger Schulpartner
Heidrun Eibl-Göschl am 20. Juni 2017